Die allgemeinen Grundsätze der Antibiotikaverschreibung “Start Smart Then Focus" (basierend auf den Arbeiten der British Society for Antimicrobial Chemotherapy, BSAC) legen den Fokus auf den Therapieprozess – und nicht auf die Wahl des Antibiotikums. Sie fördern Deeskalation und Therapieverkürzung. Damit ergänzen sie die lokalen Leitlinien. 

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Start smart (empirische Behandlung beginnen)

Antibiotika sollen nur verabreicht werden, wenn die klinische Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Infektion hoch ist

  1. Bei Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Sepsis oder andere lebensbedrohliche Infektionen ist innerhalb einer Stunde nach der Diagnose (oder so schnell wie möglich) eine wirksame Antibiotikabehandlung einzuleiten. 
  2. Stellen Sie sicher, dass relevante mikrobiologische Proben entnommen werden. Diagnostische Methoden wie Schnelltests auf Antibiotika-Resistenzen können hilfreich sein.
  3. Führen Sie eine gründliche Anamnese zu Arzneimittelallergien durch, um Allergien bei Patientinnen und Patienten und mögliche Kontraindikationen für bestimmte Antibiotika zu ermitteln. 
  4. Halten Sie sich an die örtlichen Leitlinien für empirische Antibiotikatherapie, es sei denn, eine Ausnahme ist eindeutig gerechtfertigt (z. B. bei bekannter Besiedlung mit MDRO usw.).
  5. Dokumentieren Sie: 
    • klinische Indikation, Dosis und Verabreichungsweg je nach Schweregrad/Patientenfaktoren
    • bekannte MDRO-Kolonisierung
    • Datum der Überprüfung/Beendigung oder Dauer der Behandlung
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Then focus (Überprüfung nach 48-72 Stunden)

Überprüfen Sie die Behandlung auf Grundlage der klinischen Entwicklung und der mikrobiologischen Ergebnisse und entscheiden Sie:

  1. Antibiotika STOPPEN?
    Wenn keine Anzeichen für eine bakterielle Infektion vorliegen oder wenn eine bakterielle Infektion unwahrscheinlich ist. 
  2. Antibiotika wechseln? 
    Deeskalation/Anpassung der empirischen zu einer gezielten Therapie, u. a. in Abhängigkeit der mikrobiologischen Ergebnisse und der klinischen Entwicklung.
  3. Umstellung von intravenöser auf orale Therapie? 
    Bei zufriedenstellendem klinischem Ansprechen und wenn es keine infektions- oder patientenspezifischen Indikationen für eine Fortsetzung der intravenösen Antibiotikatherapie gibt. 
  4. Die derzeitige Behandlung fortsetzen? 
    Wenn ja: Überprüfen Sie, ob die Dosierung noch richtig ist. 
    Erwägen Sie die Überweisung an eine Spezialistin oder einen Spezialisten für Infektionskrankheiten und/oder an eine Spitalapothekerin oder einen Spitalapotheker.
  5. Ambulante parenterale Antibiotikatherapie (Outpatient Parenteral Antibiotic Therapy, OPAT)? 
    Eine intravenöse Verabreichung von Antibiotika kann auch ambulant fortgesetzt werden, sofern die Patientin bzw. der Patient klinisch stabil ist, eine geeignete Substanz verfügbar ist und auch die Patientensicherheit gewährleistet werden kann. Erkundigen Sie sich nach regionalen OPAT-Diensten.

    Dokumentieren Sie alle Entscheidungen, einschliesslich des Termins für die nächste Überprüfung.

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Sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Spital die allgemeinen Grundsätze der Antibiotikaverschreibung in die Praxis umgesetzt werden

Integrieren Sie die Anwendung der allgemeinen Grundsätze in die Fortbildung, in Sensibilisierungskampagnen (Platzierung von Materialien wie z.B. Flyer, Poster, Checklisten an relevanten Standorten), in die klinische Routine und in die Verschreibungsaudits. 

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