Die allgemeinen Grundsätze der perioperativen (chirurgischen) Prophylaxe ergänzen die lokalen Leitlinien. Ihr Fokus liegt auf der Indikation (nicht jede Operation braucht Antibiotika), dem Timing, der Substanzwahl und der Dauer der Verabreichung. Die Anwendung der allgemeinen Grundsätze senkt das Risiko für Surgical Site Infections, verhindert eine unnötige oder zu lange Gabe von Antibiotika und senkt das Risiko von Antibiotikaresistenz. 

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Zu den allgemeinen Grundsätzen der perioperativen Prophylaxe gehören

  • Saubere Operationen ohne Implantation einer Prothese oder eines anderen Implantats rechtfertigen keine perioperative Prophylaxe. 
  • Saubere oder kontaminierte Operationen oder Operationen, bei denen Implantate eingesetzt werden, erfordern eine perioperative Prophylaxe.
  • Die perioperative Prophylaxe ist am wirksamsten, wenn sie 0-60 Minuten vor dem Hautschnitt angewendet wird (Vancomycin und Fluorchinolone: 60-120 Minuten). 
  • Die initiale Antibiotikadosis sollte nicht an die Nierenfunktion angepasst werden. 
  • Eine erneute Verabreichung (Redosing) ist erforderlich, wenn die Dauer des Eingriffs die zweifache Halbwertszeit des verwendeten Antibiotikums übersteigt.
  • Wenn eine Penicillinallergie vom Soforttyp ausgeschlossen werden kann, kann in den meisten Fällen ein Cephalosporin verwendet werden – an der Stelle anderer, weniger wirksamer Optionen.
  • Die chirurgische Antibiotikaprophylaxe besteht aus einer Einzeldosis (inklusive möglichem Redosing). Eine verlängerte Antibiotikaprophylaxe ist mit einem erhöhten Risiko für antimikrobielle Resistenzen verbunden und erhöht das Risiko für unerwünschte Ereignisse wie Nierenversagen und CDI.

Swissnoso stellt einen beispielhaften Leitfaden zur perioperativen Prophylaxe zur Verfügung.

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Sorgen Sie dafür, dass im Spital die perioperative Prophylaxe in die Praxis umgesetzt wird

Integrieren Sie die Anwendung der allgemeinen Grundsätze in die Fortbildung, in Sensibilisierungskampagnen (Platzierung von Materialien wie z.B. Flyer, Poster, Checklisten an relevanten Standorten), in die klinische Routine und in die Verschreibungsaudits. 

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