Die Unterstützung der Spitalleitung und von relevanten Gremien, eine adäquate Führungsstruktur und zweckgebundene Ressourcen (inklusive IT-Unterstützung) sind für die Nachhaltigkeit von ASP essenziell.
Erstellen Sie eine lokale Antimicrobial Stewardship Strategie, in welcher Ziele, Prioritäten und Umfang für die nächsten drei bis fünf Jahre definiert sind. Die Strategie soll auf den Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen der Initiierungsphase aufbauen.
Die Erklärung kann eine grundsätzliche Aussage zu Antimicrobial Stewardship im Spital und eine Verpflichtung, dafür Mittel und IT-Ressourcen bereitzustellen, enthalten. Sie sollte auch in die strategischen Ziele des Spitals und/oder in das Qualitätskonzept integriert werden.
Etablieren Sie ein interdisziplinäres ASP-Team zur Entwicklung eines spitalweiten ASP und zum Betrieb des Programms. Stellen Sie eine Gruppe von 3 bis 5 leitenden Mitarbeitenden zusammen, welche die relevanten Fachgebiete abdecken. Dazu gehören sollten IPC-Spezialistinnen und -Spezialisten, Klinikerinnen und Kliniker mit Erfahrung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten oder der Inneren Medizin, Spitalapothekerinnen und Spitalapotheker sowie auch medizinische Mikrobiologinnen und Mikrobiologen des lokalen oder angeschlossenen Mikrobiologielabors. Erwägen Sie den Einbezug des Qualitätsmanagements und von Verbindungspersonen aus anderen Abteilungen mit besonderen Bedürfnissen (z. B. der Chirurgie und der Pädiatrie). Auch eine spezielle IT-Anlaufstelle kann hilfreich sein. Die ernannten Personen sollten motiviert und lösungsorientiert sein.
Bestimmen Sie ein oder zwei leitende Mitarbeitende (z. B. IPC/Infektiologie und Spitalapotheke) für die operative und fachliche Leitung des ASP-Teams.
Bestimmen Sie eine Person in der Gruppe, die als Projektchampion fungiert - idealerweise jemand, der nicht die Leitung der ASP-Gruppe innehat. Der Projektchampion setzt sich kontinuierlich für das Projekt auf der Ebene der Stakeholder ein und handelt Lösungen aus, um deren Unterstützung zu erhalten. Diese Person unterstützt zudem die Leitung des Teams.
Ein Projektchampion sollte über gute Kommunikationsfähigkeiten verfügen, breite Akzeptanz geniessen und mit dem Spital vertraut sein.
Internationale Gremien empfehlen je nach Spitalgrösse zwischen 1 und 2,5 VZÄ (Vollzeitäquivalente) für die Planung, den Betrieb und die Weiterentwicklung eines ASP. Für den Start eines ASP in einem kleineren Spital reichen möglicherweise 0,5 VZÄ. Sobald das Programm voll funktionsfähig ist, empfiehlt es sich auf 1 oder mehr VZÄ aufzustocken. Die Tätigkeiten sollten in die Stellenbeschreibung bzw. in das Pflichtenheft der jeweiligen Funktion aufgenommen werden.
Der Personalaufwand umfasst den Aufwand von Fachpersonen aus der IPC/Infektiologie, Spitalapotheke, medizinischen Mikrobiologie, IT und Qualitätsmanagement.
Nutzen Sie das Handbuch: Die bereitgestellten Umsetzungshilfen tragen dazu bei, den personellen Aufwand für die Entwicklung eines ASP zu verringern.
Kleinere Spitäler ohne umfassende ASP-Expertise sollten eine Kooperation mit einem grösseren Spital oder einer Spitalgruppe in Betracht ziehen.
Für viele Elemente eines ASP ist der Zugang zu Daten und IT-Ressourcen wichtig. Bestimmen Sie frühzeitig eine IT-Ansprechperson als single point of contact (SPOC) für die IT-seitige Koordination der ASP-Aktivitäten.
Auf Initiative des ASP-Teams hin wird die IT-Abteilung
Swissnoso, ANRESIS, Swiss Personalized Health Network (SPHN), die Swiss Pathogen Surveillance Platform (SPSP) und andere nationale Akteure entwickeln derzeit eine Digitalisierungsstrategie, um von den raschen Fortschritten in der Datenwissenschaft zu profitieren. Die ASP-Verantwortlichen sollten technologische Entwicklungen in ihrem Fachgebiet aktiv verfolgen – insbesondere im Hinblick auf Prozessautomatisierung und die Anbindung an nationale Plattformen, die spitalübergreifende Benchmarking-Funktionen anbieten.
Umfragen bei Nutzenden und Zugriffsstatistiken geben Aufschluss über die Benutzerfreundlichkeit der IT-Support-Tools.
Die jährliche Berichterstattung dient als Grundlage für die Steuerung und Weiterentwicklung des ASP. Sie sollte Folgendes umfassen:
Vorlage für die Präsentation zur Notwendigkeit von ASP im Spital