Das Monitoring und Reporting des Antibiotikaverbrauchs trägt dazu bei, Themen und Einheiten (z.B. Departemente, Kliniken) mit Entwicklungspotential zu identifizieren.
Zwar ist es möglich, ein lokales Monitoring selbst zu entwickeln, Spitälern wird jedoch empfohlen, sich an ANRESIS anzuschliessen, dem Schweizerischen Zentrum für Antibiotikaresistenzen. ANRESIS erhebt seit 2006 Daten zum Antibiotikaverbrauch in den Spitälern. Die Spitäler erhalten nicht nur ein Feedback. Über das interaktive Dashboard sind die Daten jederzeit online abrufbar; die integrierten Benchmarking-Funktionen ermöglichen den Spitälern zudem einen Vergleich mit anderen Institutionen.
Die Spitäler sollten ihre Daten zum Antibiotikaverbrauch der Plattform mindestens einmal jährlich übermitteln.
Die Verbrauchsdaten (DDD/100 Pflegetage) sollten insbesondere dazu genutzt werden, ein Benchmarking mit Spitälern gleicher Grösse (Ziel: unter dem Durchschnitt der Spitäler gleicher Grösse) und des Anteils an Antibiotika aus der Watch- und Reserve-Gruppe gemäss der AWaRe-Klassifikation (Ziel: tiefer als Vergleichsspitäler) zu erstellen.
Falls das Spital erwägt, ein eigenes lokales Monitoring des Antibiotikaverbrauchs einzurichten:
Wenn Verschreibungsdaten aus dem KIS genutzt werden: Weisen Sie vorzugsweise Days of therapy (DOT) pro 100 Pflegetage oder/und DDD (definierte Tagesdosen) pro 100 Pflegetage oder als Anteil an der Gesamtsumme aus.
Es muss ein Verfahren etabliert sein, das sicherstellt, dass die Ergebnisse mit relevanten Anspruchsgruppen (z. B. den Verantwortlichen der klinischen Abteilungen und den Verschreibenden) diskutiert werden.
Bereiten Sie die Ergebnisse auf Einheitsebene (z.B. Departement, Klinik) auf. Dies fördert das Engagement der Verantwortlichen und der Verschreibenden, weil sie einen direkten Bezug zur Patientenpopulation herstellen können.
Diskutieren Sie die Ergebnisse mit den Verantwortlichen und Verschreibenden, insbesondere wenn der Antibiotikaverbrauch zunimmt oder ein überdurchschnittlicher Verbrauch festgestellt wird.
Vergleiche ermöglichen, Bereiche mit Entwicklungspotential zu identifizieren und darauf abgestimmte Schulungen und andere Interventionen anzubieten. Auf diese Weise können die Ressourcen auf die Bereiche (Themen und Einheiten) konzentriert werden, die das grösste Verbesserungspotential bei der Verschreibungspraxis bieten.
Diese wiederkehrenden Messungen liefern umfangreiche Informationen zum Antibiotikaeinsatz und bieten eine Grundlage für die Verbesserung der Verschreibungsqualität.
Das Monitoring des Antibiotikaverbrauchs gibt Aufschluss über die Entwicklung der Verschreibungen. Zugriffsstatistiken zum interaktiven Dashboard können Aufschluss darüber geben, ob die Monitoring-Ergebnisse genutzt werden. Wenn keine Entwicklung erkennbar ist, sollte sichergestellt werden, dass die lokale Praxis und die Fortsetzung des ASP in den zuständigen Gremien überprüft und diskutiert werden.